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  Karate  

 

 

 

Karate ist eine asiatische Kampfkunst, deren Wurzeln bis zum chinesischen Shaolin Kloster zurück reichen. Entwickelt wurde das heute bekannte Karate auf den Ryu Kyu Inseln. Diese liegen südwestlich von Japan.
Im frühen 16. Jahrhundert kam es zu dauerhaften Kontakten mit China und damit auch zu Experten des Shaolin Kung Fu. Auf der Hauptinsel Okinawa entwickelte sich im laufe von 300 Jahren das typisch okinawanische Karate, dass sich auch sehr vom Shaolin Kung Fu unterscheidet.
Aber auch das Karate ist keineswegs einheitlich. In den verschiedenen Städten wie Shuri, Tomari, Niigaki und Naha entwickelten sich unterschiedliche Versionen des Karate.
Dabei sind diese Versionen trotzdem so umfangreich, dass kaum jemand mehr als eine so genannte Stilrichtung erlernen kann. Tatsächlich ist  Karate  eine Form  der Körperbeherrschung  die  nur über einen Zeitraum von Jahrzehntelangem Training perfektioniert werden kann.

 

Der Zeitbedarf für  das Erlernen  mehrere Formen des  Karate ist daher sehr hoch und ein tägliches Training erforderlich. Bei richtiger Ausführung von Karatetechniken entwickelt man eine sehr hohe Kraftwirkung. Diese entsteht nicht primär durch die Muskulatur, sondern weitgehend durch die biomechanisch richtige Art der Bewegung. Da diese Bewegung oft aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Komponenten besteht, ist es sehr schwierig diese in einer harmonischen Bewegung zu vereinigen. Man könnte sagen eine Karatetechnik ist wie ein Philharmonie Orchester. Alle müssen zur gleichen Zeit, in der richtigen Lautstärke, den richtigen Ton treffen. Neben dem grundstätzlichen Wissen, was alles zu der Bewegung gehört, benötigt man auch das körperliche Feingefühl diese Bewegungsmuster zu einer einzigen zu verbinden. Reine muskuläre Kraft kann die tatsächlich mögliche Wirkung einer Karatetechnik niemals erreichen.

Wie gesagt gibt es eine Vielzahl von Versionen des Karate. Eine grobe Unterteilung findet statt in die Schulen des Shorei-Ryu und des Shorin-Ryu. Als Shorei-Ryu bezeichnet man alle Schulen die in der Region der alten Stadt Naha beheimatet waren. Heute ist Naha die Hauptstadt von Okinawa und die ehemaligen separaten Städte wie Shuri und Tomari sind in Naha eingegliedert. Das Shorin-Ryu bezeichnet die Schulen die in Shuri und Tomari angesiedelt waren. Tatsächlich gibt es in allen Karateschulen mehr oder weniger große Unterschiede, jedoch sind die Unterschiede zwischen den Schulen des Shorei-Ryu und des Shorin-Ryu am deutlichsten. Besonders zum Ausdruck kommt dies in den Kata. Kata sind die älteste und bedeutendste Übungsform des Karate. Ähnlich wie bei einer Kür beim Bodenturnen, wird hier eine bestimmte, festgelegte Zahl an verschiedenen Karatetechniken hintereinander ausgeführt. Die Kata ist dabei sehr komplex und erfordert nicht nur die Ausführung der Technik, sondern auch die Fähigkeit zum Timing und zum Wechseln der Geschwindigkeit in der Bewegung. Die Kata zeigen dabei zwar deutlich die Form einer Karatetechnik, jedoch niemals offen deren Anwendung. Diese bleibt ein Geheimnis, solange bis der Schüler vom Meister in die Geheimnisse der Anwendung eingeweiht wird. Diese Form der realistischen Anwendung einer Katatechnik wird Bunkai genannt.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war Karate, was damals als Tóde bezeichnet wurde, eine Kunst die nur im geheimen an ausgewählte Schüler weitergegeben wurde. Erst im Jahre 1911 wurde ein okinawanischer Meister ausgewählt um Karate auf dem japanischen Festland zu unterrichten.
Wichtig hierzu ist zu sagen, dass die Okinawaner bis zur Invasion der Insel durch die Japaner einen autonomen Staat hatten. Die Besetzung war dabei keineswegs willkommen und es kam auch immer wieder zur Tötung von Japanischen Samurais durch okinawanische Karatemeister. Erst nachdem die Okinawaner die Anbindung an Japan akzeptierten, begann die Veröffentlichung des Karate. Dies geschah zuerst durch den in Shuri beheimateten Meister Yasutsune Itosu, der damit anfing Karate an okinawanischen Grundschulen zu unterrichten. Später war es einer seiner Schüler namens Gichin Funakoshi der nach Tokio ging um in Japan das Karate vorzustellen. Aus Funakoshi's Karate entwickelte sich schließlich die heute bekannte Stilrichtung Shotokan. Weitere okinawanische Meister in Japan waren Chojun Miyagi und Kenwa Mabuni. Beide lebten in Osaka und waren eng befreundet. Auch zu Funakoshi gab es Beziehungen und einige Kata des Shotokan stammen aus dem von Kenwa Mabuni gegründeten Shito-Ryu. Chojun Miyagi hingegen gründete das Goju-Ryu und ein japanischer Schüler von Funakoshi namens Hironori Ohtsuka, der später bei Kenwa Mabuni studierte, schuf das Wado-Ryu. Auf Okinawa selbst gibt es weiterhin eine Vielzahl an Karateschulen. So lernte Kenwa Mabuni, der mit seinem Shito-Ryu den umfassendsten Karate Stil geschaffen hat, das Karate der Shuri-Meister Itsou und Matsumura, sowie der Meister Matsumora (Tomari), Peichin Aragaki (Niigaki) und Kanryo Higashionna (Naha). Letzterer war auch der Lehrer von Chojun Miyagi und ähnlich berühmt wie Itosu aus Shuri. Weiterhin lernte Mabuni auch alte chinesische Kata vom Meister Go Kenki. Kein anderer okinawanischer Meister dieser Zeit verfügte über ein ähnlich umfangreiches Wissen über das okinawanische Karate. Aber dieses war trotzdem bei weitem noch nicht vollständig. In einigen Familien wurde das Karate weiterhin geheim gehalten. So wurde das Ryuei Ryu erst um 1970 veröffentlich. Auch andere Schulen wie das Uechi-Ryu und Isshin-Ryu sind lange ausschließlich auf Okinawa bekannt gewesen.

Karate ist mehr als eine Sportart. Es ist eine Kunst bei der man lernt den Körper auf eine besondere Art zu fühlen und zu beherrschen. Dies kann nicht jedem gelingen. Voraussetzung hierfür ist ein hohes Maß an Körpergefühl, dass nicht jedem gleichermaßen angeboren ist. Trotzdem kann jeder der Karate übt ausreichende Fortschritte machen und seinen Körper positiv entwickeln. Allerdings gilt auch für das Karate, was zu extrem betrieben wird, ist mehr schädlich als nützlich.

 
Mehr Informationen zum Thema Karate siehe: http://www.karatekata.de